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Leitartikel

Unbequemer Gegenwind.

Die unbequeme Wahrheit gleich vorweg: Leiden um Christi willen ist normal – unterschiedlich ist nur der Grad. Wo immer wir im Neuen Testament lesen, dass Christen um ihrer Beziehung zu Jesus willen beschimpft, verachtet, gemobbt, lächerlich gemacht wurden und noch viel mehr, entdecken wir, dass die Apostel niemals den Christen sagen: „Überdenkt doch mal eure Beziehung zu Jesus, eurem Retter und Herrn! Läuft da nicht etwas in eurem Leben schief? Ihr leidet, weil ihr an Christus glaubt? Wahrscheinlich habt ihr den rechten Weg verlassen …“ Es ist genau anders herum – Christen werden erinnert und ermutigt zu sehen, dass es völlig normal ist, um des Glaubens willen in irgendeiner Weise Leid zu erfahren.

Barnabas und Paulus trösten und ermutigen die Christen in Antiochia, „unbeirrt am Glauben festzuhalten. Nach Gottes Plan“, so sagten sie zu ihnen, „müssen wir viel Schweres durchmachen, ehe wir in sein Reich kommen“ (Apg 14,22). Jesus selbst hat seinen Jüngern gesagt: „Wenn die Welt euch hasst, dann denkt daran, dass sie mich zuerst gehasst hat. Die Welt würde euch als ihre Kinder lieben, wenn ihr zu ihr gehören würdet. Aber ich habe euch aus der Welt herausgerufen und ihr gehört nicht zu ihr. [...] Wie sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Und so viel oder so wenig sie sich nach meinem Wort gerichtet haben, werden sie sich auch nach dem euren richten. Das alles werden sie euch antun, weil ihr euch zu mir bekennt. Sie kennen nämlich den nicht, der mich gesandt hat“ (Joh 15,18-21)

Wir müssen uns heute allerdings die Frage gefallen lassen, ob wir – bei aller Freiheit, die wir als Christen in Deutschland haben – ein Leben der faulen Kompromisse lieber vorziehen? Mit anderen Worten: vor allem ein bequemes Leben haben möchten? Nutzen wir die Freiheit im Sinne unseres HERRN oder haben wir Sorge, wenn wir das tun, dass es dann mit der Freiheit und dem Frieden schnell aus ist? Leiden um Christi willen ist kein extremer Ausnahmefall, sondern in dieser gottlosen Welt der Normalfall. Luther hat sogar gesagt, dass eine Kirche, die sich nicht in Verfolgungsleiden befindet, keine geistlich gesunde Kirche mehr ist. Möglicherweise hat sie sich so angepasst, dass sie keinen Widerspruch mehr erregt. Ich beobachte, dass wir Christen heute oft darauf bedacht sind, bewahrt zu bleiben und Angst haben, für das Reich Gottes Risiken einzugehen. Wir sind nicht mehr bereit zu leiden und zu sterben für die wichtigste Sache der Welt, für die Person Jesus Christus. Wenn wir nie belacht, benachteiligt oder falsch beschuldigt werden, weil wir Jünger von Jesus sind, dann bewegen wir uns wahrscheinlich nicht im Willen Gottes.

Freude im Leid

Tatsächlich können wir uns über die Leiden um Christi willen sogar freuen, weil wir das Gleiche erfahren, was Jesus auch erfahren hat! Wir wollen Christus kennen lernen und die Kraft seiner Auferstehung (Phil 3,10) – das wäre ein Leben des Siegs, der ständigen Heilung, der Gesundheit und des Erfolgs. ABER: Das Leben Christi bestand nicht nur in dem Leben nach der Auferstehung, sondern im Gehorsam und Leiden! Im Leiden erfahren wir die Gemeinschaft mit unserem Herrn, der für uns gelitten hat und für uns gestorben ist und in der Stunde seines Todes sogar von Gott verlassen war. ER tat das für dich, damit du es nicht erfahren musst!

Doch je schöner es hier ist, desto weniger zieht es uns in Gottes Herrlichkeit. Mancher fragt sich allen Ernstes: „Was soll noch groß kommen? Hier ist es doch so schön!“ Wenn wir uns hier den Himmel auf Erden bereiten (wollen), was motiviert uns dann noch, in den Himmel zu kommen? Petrus spricht an dieser Stelle sogar eine Seligpreisung aus: Wenn wir im Namen Christi beschimpft werden, dann sind wir glücklich gepriesen, weil es Ausweis unserer Gotteskindschaft ist! Es ist nicht nur die Aussicht auf den Himmel, die uns erfreut, sondern eigentlich die Tatsache, dass uns unsere Umwelt eindeutig als Kinder Gottes, als Christen identifiziert hat.

 

Herzlich grüßt Sie Ihr Frank Bärwaldt

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